Samstag, 2. Mai 2009

Lauda: Bahnunterführung Nord (2)

Noch ein Szenario:

Bundesstraße wird verlegt (FN vom 15.1.2012)

Mit einem nachgerade als Geniestreich zu bezeichnenden Federstrich hat die Straßenbauverwaltung die Verlegung der B290 beschlossen. In Lauda-Königshofen und im gesamten mittleren Taubertal wurde die Entscheidung mit großer Freude aufgenommen.
Aus Tauberbischofsheim kommend wird die Bundesstraße künftig durch die soeben fertiggestellte und ohnehin mit Zuschüssen finanzierte Bahnunterführung geleitet, durch die etwas zu verbreiternde Becksteiner Straße am i-park in der ehemaligen Kaserne vorbei und schließlich mit einem Brückenbauwerk über Bahn und Tauber etwa in Höhe des neuen Einkaufzentrums Tauber-City Königshofen zurück auf die "alte" Straßenführung. Damit wurde sowohl dem Wunsch der Bürger von Königshofen nach einer Umgehungsstraße als auch dem Wunsch der Laudaer Bürger nach einer besseren Verkehrsanbindung entsprochen. Als Nebeneffekt fällt mit dieser Lösung auch der Bahnübergang in Königshofen weg, die B292 ist für den Schwerlastverkehr wieder uneingeschränkt nutzbar. In einer ersten Stellungnahme zeigten sich sowohl der Bürgermeister als auch die überwiegende Mehrheit des Gemeinderates sehr zufrieden und betonten, dass damit nun endlich die logische Fortführung der 2010 begonnenen Verkehrsentruhigung von Lauda beschlossen sei. Als im Hinblick auf die Rekordverschuldung der Stadt besonders günstig könnte sich auch die in Aussicht gestellte Bezuschussung von notwendigen Gebäudeabrissen erweisen.

Auch aus den Nachbargemeinden waren nur positive Reaktionen zu hören. Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim freuen sich nicht nur über den Zuzug der ehemaligen Laudaer Bürger, die bereits seit dem Beschluss der Unterführung 2009 für eine große Nachfrage bei Immobilien und Grundstücken in den Nachbarstädten gesorgt haben. Auch die Schulzentren werben bereits mit dem Slogan: "Besser Lernen ohne Verkehr" und freuen sich über den damit gesicherten Erhalt ihrer Schulen bei insgesamt sinkenden Schülerzahlen.
Überall im Kreis versammelten sich Bürger zu spontanen Freudenkundgebungen und priesen den Einfallsreichtum der Straßenbauverwaltung.

3 Kommentare:

  1. Kommentar eines Königshöfer Stadtrates auf der Kandidatenvorstellung der CDU in Oberbalbach zu den künftigen Projekten: Die Projekte werden so abgearbeitet wie die Fördermittel bei der Stadt eintreffen.
    Wer entscheidet dann über die Entwicklung in unserer Stadt? Wir werden also zu Almosenempfänger und sind vom Wohlwollen höherer Verwaltungsebenen abhängig. Zu Bedenken sei auch, dass mit jedem Euro Fördermittel ein gewisser Anteil an Eigeninvestitionen notwendig werden, die die Verschuldung unserer Stadt weiterhin erhöhen

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  2. Aus heutiger Sicht sollte man nicht nur die beiden Unterführungen in Lauda betrachten, sondern muss auch die Entscheidung über eine mögliche Umgehung von Königshofen abwarten. Eine Westumgehung würde Lauda entlasten. Eine Ostumgehung mit Rückbau der Hauptstraße würde Lauda belasten. Eine Entscheidung in dieser Frage steht derzeit an.

    Es reicht nicht, wenn man sich nur um die Unterführung Nord Gedanken macht. Das größere Problem haben wir an der Unterführung Süd, denn dort mischt sich auf engstem Raum Fahrverkehr und Fußgänger. Für beide Projekte reicht das Geld nicht aus. Deshalb mein Diskussionsvorschlag:

    1. Die bestehende Unterführung Nord wird nur
    renoviert und als vorfahrtberechtigte Einbahnstraße in die Stadt benutzt. Die Höhe bleibt unverändert. Die Ampel könnte entfallen.
    Die Rathausstraße sollte wenigstens verkehrsberuhigte Zone werden.

    2. Die Unterführung Süd wird als Einbahnstraße
    stadtauswärts so ausgebaut, daß Fußgänger aber
    auch der Verkehr inklusive Busse normaler Höhe
    diese Unterführung gefahrlos benutzen können.
    Die Höhe bleibt unverändert.

    3. Um gefährliche Situationen am Durchlass Nord
    zu umgehen, wird die Bahnhofstraße vom Durchlass
    Nord bis Einmündung Ph.-Adam-Ulrich-Str. zur
    Einbahnstraße Richtung Bahnhof. Der Verkehr auf der Bahnhofstraße Richtung Durchlass Nord ist
    zahlenmäßig sehr gering und kann von der Tauberstraße problemlos aufgenommen werden.

    4. Diese Variante ist deutlich günstiger als
    die Unterführung Nord und beinhaltet beide Engstellen. Eine Bezuschußung beider Maßnahmen sollte nach dem Beispiel Oberlauda möglich sein

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  3. Sehr gute Idee, mig. Zumal eine denkbare Variante der Westtrasse-Ortsumfahrung von Königshofen ja sogar den direkten Anschluss an die "Panzerstraße" vorsieht. Ich frage mich ständig, warum wohl einige Laudaer so unbedingt diese repräsentative Bahnunterführung wollen. Würde mich mal interessieren, ob die Wortführer vielleicht an der Becksteiner Straße oder Richtung Kaserne wohnen und sich eine Verkehrsentlastung für Südlauda versprechen...? Das könnte aber auch schiefgehen! Eine dann ampelfreie Durchquerung von Lauda-Königshofen spricht sich sicher schnell rum. Muss nur den Verkehr ansehen, der gerade durch Königshofer Wohngebiete und Feldwege schießt. Ich schätze mal, Faktor 100 im Vergleich zum ersten Tag, als noch alle brav die Umleitung gefahren sind. Schleichwege, an denen man täglich 27 Sekunden spart, das sind ja im Jahr schon 100 Minuten, und in der Zeit kann man sich immerhin einen Film ansehen. Ich fände es ein schönes Zeichen funktionierender Politik, wenn der Gemeinderat, solange er die Möglichkeit dazu hat, Entscheidungen, die vor Jahren bzw. Jahrzehnten getroffen wurden, an die aktuellen Konditionen (Gewerbesteuerprognose, andere Projekte, Planung Umgehungsstraße) anzupassen, anstatt darauf zu beharren, dass die de-facto-Verkehrsberuhigung durch die jetzige Unterführung den Laudaer Geschäftleuten in irgendeiner Weise massiv schadet.

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