Mittwoch, 29. April 2009

Lauda: Bahnunterführung Nord

Szenario für Lauda-Königshofen im Jahre 2012 -ein Blick voraus


Nach vielen Protesten und einer Zwangsenteignung ist die Bahnunterführung Lauda-Nord (im Volksmund: „Laudemer Loch“) fertig gestellt. Kosten : 9,5 Mio. €
Kosten für die Stadt: 4 Mio. € (statt, wie 2009 geplant: 2,5 Mio. €)

-Vorläufige Bilanz: Eine starke Zunahme des Durchgangsverkehrs in Lauda, Unfälle im
Bereich Kugelgraben – Becksteiner Str., Anwohner beklagen eine
zunehmende Lärmbelästigung

- Zur Verkehrsentlastung ist die Bahnhofstraße trotz heftiger Proteste der Anwohner und
Geschäftsleute im Gespräch

- Bei stärkeren Regenfällen steht die Unterführung gelegentlich unter Wasser, weil die
Pumpen die Wassermengen nicht schaffen und das Grundwasserniveau nur wenig tiefer
liegt.

- Leichte Verkehrsentlastung für die Bundestrasse 290 in Königshofen, daher wird der
geplante Bau der dortigen Umgehungsstraße trotz Protesten aus Königshofen weiter
verschoben

- Schuldenstand der Stadt : 27 Millionen €, bei zurückgehenden Einnahmen aus Steuern und
Umlagen zahlen die Bürger der Stadt für Zinsen und Tilgung jährlich 2,5 Millionen €

- Aufgrund der hohen Verschuldung ist kaum noch Geld für Investitionen in Schulen,
Kindergärten, dringende Renovierung von Straßen und Gehwegen in den Ortsteilen
vorhanden

- Der GR beschließt eine drastische Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer (wie Ende
2008 bei der Haushaltsverabschiedung bereits befürchtet). Bürgermeister M.: Eine solche
Entwicklung war nicht vorauszusehen!!

Möglicherweise ist dieses Szenario etwas zu pessimistisch.
Aber auch wer kein ausgesprochener Gegner des Tunnelprojekts ist, sollte sich überlegen, warum wir mit unseren Steuern den Durchgangs- und Schwerlastverkehr in den Stadtteil Lauda hineinziehen sollen, während die meisten Städte mittlerweile froh sind, wenn sie ihn wieder los werden.
Es bleibt zu wünschen, dass alle Verantwortlichen sich noch einmal eingehend überlegen, ob wir die Steuern unserer Mitbürger nicht besser für wichtigere Projekte ausgeben.
Es wäre auch nicht die erste Planung , die der Stadtrat gestoppt hätte!

Hubert Segeritz , Stadtrat Lauda-Königshofen

Sonntag, 26. April 2009

Kaum Bedarf für weitere Kinderkrippen?

Am Montag, den 20.04.09 wurde in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates das Ergebnis einer Bedarfsermittlung zur Einrichtung weiterer Kinderkrippen präsentiert. Nach dieser Umfrage der Stadtverwaltung scheint in Lauda-Königshofen kaum Bedarf für weitere Kleinkindbetreuung zu sein. Der Rücklauf der versandten Erhebungsbögen lag bei ca 20 %. Das „ernüchternde“ Ergebnis der Elternbefragung hat gezeigt, dass ein bedarfsgerechtes, flexibles Betreuungs- und Bildungsangebot in unserer Stadt nicht allein durch die räumliche Schaffung von Kinderkrippenplätzen umzusetzen ist.
1. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Wirklichkeit werden zu lassen, wäre der Aufbau einer zentralen Anlaufstelle für Familien und Unternehmen bei allen Fragen der Kinderbetreuung notwendig. Als Anlauf- und Koordinationsstelle könnte dieser Familienservice über bestehende Betreuungsangebote aller Altersgruppen informieren und Mütter und Väter beraten, die für ihr Kind individuelle Betreuung in unterschiedlicher Form und zu unterschiedlichen Zeiten suchen. Damit das gelingen kann, ist eine intensive Kooperation unserer Kindertageseinrichtungen, des Tagesmüttervereins (eine wichtige Alternative für die Betreuung von Kleinkindern ist die Kindertagespflege), der Frühförderstellen, psychosozialen Diensten und Beratungsstellen notwendig, um vorhandene Betreuungs- und Beratungsangebote zu vernetzen und differenziert auszubauen.
2. Das Angebot an integrativen Betreuungsplätzen, auch für Kinder unter 3 Jahren, muss nachhaltig ausgebaut werden. In einer demokratischen Gesellschaft ist das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Die besondere Chance der integrativen Erziehung in Kindertageseinrichtungen liegt darin, dass die Kinder noch unvoreingenommen aufeinander zugehen. Darüber hinaus ermöglicht sie allen Familien den gemeinsamen Umgang von Menschen mit und ohne Behinderungen als Normalität des Alltags zu erleben. Seit dem 26.03.2009 ist in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen in Kraft. In ihr wird behinderten Menschen das Recht auf ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen zugesichert.

Der Ausbau eines integratives Betreuungsangebotes und die Einrichtung eines „Familien-Kinder-Service-Büros“ sind wichtige Schritte auf dem Weg zur „Familienfreundlichen Kommune Lauda-Königshofen“ und sollten weiter diskutiert werden.

Dagmar Hummel
Stadträtin Freie Bürgerliste